Jahresrückblick 2025


Liebe Unterstützer*innen, liebe Freund*innen des Hauses,

das Jahr 2025 ist zuende und wir möchte die Gelegenheit nutzen, um zurückzublicken und euch von unserem Jahr hier im Teichwiesenweg erzählen.

2025 stand wieder ganz im Zeichen der Renovierung, und so viel im Vorab: wir haben jetzt ein vollständiges, dichtes, wärmedämmendes, ziegelfallsicheres und glänzendes neues Dach – mit PV-Anlage! Und seit genau 31 Tagen heizen (und kochen) wir ohne fossile Brennstoffe dank nagelneuer Luftwärmepumpe und Ökostrom.

Juhu! Das alles auch dank euch und eurer Unterstützung – vielen, vielen Dank.

Das Jahr begann ruhig. Im Januar haben wir den zweiten Bauabschnitt vorbereitet und dabei festgestellt, dass das zweite Mal deutlich einfacher und weniger aufregend ist. Routiniert haben wir Förderanträge eingereicht, mit den Architekten den Ablauf geplant und dann wurde im Februar auch schon das Gerüst aufgebaut. Im Frühjahr waren die Dachdeckerfirma und die Zimmerei damit beschäftigt, das Dach abzudecken, zu erneuern, Gauben und Fenster umzubauen, zu dämmen und danach wieder neu einzudecken – natürlich denkmalgerecht mit Biberschwanzziegeln. Die Handwerkenden haben prima Arbeit geleistet, aber der Soundtrack von Hämmern, Bohren und Radio Bollerwagen wird uns nicht fehlen! 😀

Während die Dachdecker das Dach abdeckten, waren wir fleißige Wiesel mit Kamera und Bauplan ausgestattet auf dem Gerüst, um unangemeldete Mitbewohnende im Dach zu dokumentieren. Wir haben Nester von Mauerseglern, Spatzen, Wespen und Hornissen gefunden. Unser Dach war bisher ein richtiges Biotop. Um unseren geflügelten Freund*innen einen Ausgleich zu schaffen, ist im neuen Dach der gesamte Traufkasten mit Einfluglöchern versehen und so ein großes Vogelhotel geworden. Dieses wurde im Frühjahr schon zahlreich in Anspruch genommen. 

Auf das fertige Dach wurde im Juli eine PV-Anlage montiert, die mit knapp 10KWp ein Drittel unseres Verbrauchs deckt. Bei einer Aktion des Panelretter e.V. gemeinsam mit der Stadt Marburg konnten wir außerdem noch vier gebrauchte und aufbereitete Solarmodule für die Balkone ergattern. 

Im August begann der Innenausbau der zweiten Dachwohnung, WG 7. Dies bedeutet für uns vor allem viel eigene Arbeit. Viele Hände beteiligten sich daran, neue Wände einzuziehen, OSB-Platten zu verschrauben, diese mit Putzträgerplatten auszukleiden und anschließend mit Lehm zu verputzen und zu streichen. Wir haben uns dieses Jahr dazu entschieden, uns Unterstützung von einer Firma zu holen, die eine Putzmaschine hat. So mussten wir diesmal nicht tonnenweise Lehm per Hand ins Dachgeschoss tragen. 

Die letzten Wände in WG 7 werden noch gestrichen, während wir diesen Brief schreiben. Der Fußboden muss teilweise noch erneuert, bzw. abgeschliffen werden, und ehrlich gesagt, einige von uns sind ganz schön müde und erschöpft von der vielen Eigenleistung diesen Herbst und Winter. Aber die neuen/alten Bewohner*innen von WG 7 sind fest entschlossen, Weihnachten und den Jahreswechsel in ihrer neuen/alten, sehr schön gewordenen Wohnung zu verbringen.

Auch der Einbau der Wärmepumpe im Herbst hat sich ziemlich verzögert, knapp vor der Weihnachtspause konnten wir sie noch in Betrieb nehmen. Um unabhängig vom Erdgas zu sein, haben wir auch eine neue Herde Herde angeschafft, so dass ab jetzt mit Ökostrom gekocht wird. Damit schaffen wir hier im Haus ganz konkret die „Wärmewende von unten“ und das fühlt sich gut an!

Neue Projekte sind bereits in Planung: im Januar wird die Stromversorgung in WG 6 komplett erneuert und dann endlich wieder TÜV-tauglich. Im dritten (und letzten) großen Bauabschnitt werden wir die Fassade dämmen, die restlichen Fenster tauschen und die Balkone an die Küchen versetzen. Auch dieser Bauabschnitt kostet Geld, und wir nehmen weiterhin sehr gerne neue Direktkredite an – tell your friends!

Nicht nur an der physischen Materie ist viel passiert dieses Jahr:

Im Frühjahr hatten wir die Ehre, Teil eines städtischen Vergabegremiums zu sein, womit ein Grundstück am Marburger Rotenberg zweckgebunden für gemeinschaftliches Wohnen vergeben werden soll. Der Prozess war eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der Stadt im Sinne des Ausbaus von gemeinschaftlichen Wohnprojekten.

Im Herbst haben wir am Tag der offenen Wohnprojekte teilgenommen, der von der Koordinierungsstelle Gemeinschaftliches Wohnen organisiert wurde und bei dem wir Gäste aus ganz Hessen durch Haus und Garten führen konnten.

Ein großer Meilenstein für unsere interne Organisation ist der Binnenvertrag, den wir nach vielen Entwürfen und teilweise intensiven Gesprächen nun endlich beschlossen haben. Der Binnenvertrag hält fest, wie wir uns den Umgang miteinander und das Engagement im Haus vorstellen und gibt uns im Falle von Konflikten eine Basis, darüber im Gespräch zu sein.

Das Mietshäusersyndikat, an das wir ja durch unsere Rechtsform angeschlossen sind, macht dieses Jahr ein Klausurjahr, um der wachsenden Zahl an Wohnprojekten mit passenden Strukturen Rechnung zu tragen. Das sind spannende Prozesse, wo es um Wachstum, Selbstorganisation, Finanzen, Engagement und Verantwortung geht. Bei den Mitgliederversammlungen sind meistens einige von uns dabei, um sich einzubringen und auf dem Laufenden zu bleiben.  

Über das Jahr verteilt gab es auch ein paar Auszüge und Neueinzüge, so dass sich unsere Gemeinschaft wieder ein wenig verändert hat. Unter den Neueinzügen ist auch ein Bienenvolk, das nun im Vorgarten vor sich hin summt und uns schon mit einem Fass Honig beschenkt hat.

2025 war außerdem das Jahr der Abschlüsse, denn ganz nebenher waren wir Wiesel noch unglaublich strebsam: 2 Bachelorabschlüsse, 1 Masterabschluss, 1 Ausbildungsabschluss, 1 Führerschein, 1 Promotion, 1 Fahrradführerschein, 1 Mediations-Ausbildung und 1 Facharzt-Abschluss haben wir dieses Jahr hingekriegt und gefeiert.

Unser Sommerfest im Juni war schön wie immer; mit Live-Musik im Garten und Keller, bunten Lichtern überall, Spielen, der klassischen TWW-Bowle und vielen, vielen lieben Menschen, darunter auch viele von euch. 

Das nächste Sommerfest ist bereits terminiert und es wird eine Sonderausgabe! 2026 ist unser fünfjähriges Jubiläum und wir laden euch herzlich ein, am 13. Juni 2026 mit uns gebührend zu feiern! 

Ein alter Spruch im Mietshäusersyndikat: Lieber 100 Freund*innen im Rücken als eine Bank im Nacken. Wir möchten uns ganz herzlich bedanken, dass du eine*r unserer inzwischen über 200 Freund*innen im Rücken bist und damit ganz viel möglich machst! 

Wir wünschen euch eine gemütliche Winterzeit und das Beste für das neue Jahr, 

Eure Teichwiesel


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